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Rindenmulch für Ihren Garten

Immer häufiger sieht man mit Rindenmulch abgedeckte Beete und Wege, sowohl in privaten Gärten wie auch in öffentlichen Parks. Doch warum eigentlich?

Über die Optik lässt sich streiten. Der naturfarbene Rindenmulch ist dezent und unauffällig und lässt den Garten sogar besonders „ordentlich“ erscheinen.
Es gibt jedoch auch gefärbten Rindenmulch, welcher im Garten eindeutige optische Akzente setzt und so manchen Gartenfreund die Augen verdrehen lässt. Doch hier ist es wie überall. Schön ist, was gefällt.

Während das Aussehen der gemulchten Beete jedoch reine Geschmacksache ist, so bietet der Rindenmulch im Garten auch eine Reihe von Vorteilen, auf die manch ein Gärtner nicht mehr verzichten möchte.

Doch der Reihe nach…

 

Was ist Rindenmulch überhaupt?

 

Rindenmulch grobe Körnung

Rindenmulch in grober Körnung

Ursprünglich war Rindenmulch ein Abfallprodukt der Forstwirtschaft. Die zur Holzproduktion gefällten Bäume werden vor der Weiterverarbeitung geschält, das heißt die Rinde wird vom Stamm abgetrennt und zerkleinert. So entsteht der Rindenhäcksel, bzw. Rindenmulch.

Charakteristisch für den Rindenmulch ist, dass er ausschließlich aus der Rinde der Bäume besteht und einen sehr niedrigen Holzanteil hat,
Hierzulande werden oft einheimischen Nadelbäume wie Kiefern und Fichten verarbeitet und zur Produktion von Rindenmulch verwendet.

Aus dem Abfallprodukt von einst ist inzwischen ein beliebtes Produkt für Gärtner geworden. Die Nachfrage nach Rindenmulch steigt stetig. Er werden inzwischen die unterschiedlichsten Varianten angeboten. Neben der Rindenart, also dem Ursprungsbaum, unterscheidet sich der Mulch hauptsächlich in der Körnung und der Farbe. Auch gefärbte Varianten sind im Angebot.

Wichtig ist auch die Unterscheidung zwischen Rindenmulch und Holzhäcksel.

Während der Rindenmulch einen extrem niedrigen Holzanteil hat, besteht Holzhäcksel aus nichts als klein gehäckseltem Holz.
Dieser ist somit minderwertiger und natürlich auch preiswerter, hat aber nicht alle Eigenschaften des Rindenmulchs. Ihm fehlen zum Beispiel die Gerbstoffe, wodurch er sich nicht zum Schutz vor Unkraut eignet. Zu reinen Dekorationszwecken ist der Holzhäcksel jedoch eine sinnvolle und preiswerte Alternative zum Rindenmulch.

Leider gibt es aktuell keine gesetzlichen Vorschriften, die die Zusammensetzung von Rindenmulch regeln. Solange die Bestandteile rein pflanzlich sind, darf alles als Rindenmulch verkauft werden. So finden sich qualitativ minderwertigen Produkten manchmal Zweige, Grünschnitt oder andere Verunreinigungen. Achten Sie daher beim Rindenmulch Kauf selbst auf die Inhaltsstoffe.

 

Warum Rindenmulch verwenden?

 

Es gibt eine Reihe von sehr unterschiedliche Gründe Rindenmulch zu verwenden. Er hat in vielerlei Hinsicht eine positive Wirkung auf ihren Garten.

 

Schutz des Bodens vor Erosion

Durch den Rindenmulch wird der Boden vor Abtragung durch Wind und Regen geschützt.

 

Schutz des Bodens vor Austrocknung

Bei gutem Wetter wird der Boden durch Sonneneinstrahlung nicht so schnell ausgetrocknet. So wird das Wasser länger gespeichert, da es nicht so schnell verdunstet.

 

Schutz des Bodens vor Frost

Auch vor Frost ist der Boden durch das Auftragen von Rindenmulch besser geschützt.

 

Schutz vor Unkraut

Der Rindenmulch enthält natürliche Gerbstoffe. Diese haben eine keimhemmende Wirkung und schützen so auf natürliche Art und Weise vor Unkraut. Zudem kommen von oben durch den Wind aufgetragene Unkrautsamen nur schwer durch die Mulchschicht und können kaum wurzeln.

 

Verbesserung der Bodenqualität

Der Rindenmulch verwandelt sich durch Verrottung nach und nach in Humus, was die Qualität und den Nährstoffgehalt des darunterliegenden Mutterbodens verbessert.

 

Rindenmulch als Dekoration

Der Rindenmulch lässt Beete und Wege besonders gepflegt und ordentlich aussehen. Er verschafft außerdem eine gemütliche Atmosphäre. Gefärbter Rindenmulch kann verwendet werden, um besondere Akzente im Garten zu setzen.

 

Weicher, federnder Untergrund

Auf Wegen und Spielplätzen ist Rindenmulch als Untergrund sehr beliebt, da auf ihm angenehm zu laufen ist und er auf Spielplätzen einen idealen Verletzungsschutz bei Stürzen bietet.

 

Hat Rindenmulch auch Nachteile?

 

Die Vorteile des Rindenmulchs sind vielfältig, doch gibt es auch Probleme bei seiner Verwendung?

 

Stickstoffmangel im Boden

Bei der Verrottung und Verwandlung in Humus bindet der Rindenmulch eine große Menge an Stickstoff. Dies führt zu einem vorübergehenden Stickstoffmangel im Boden. Bei richtiger Verwendung (s.u.) kann dies jedoch verhindert werden.

Cadmium

Das in Böden und Gestein natürlicherweise vorhandene Cadmium wird von Pflanzen über die Wurzeln aufgenommen und in der Rinde abgelagert.

Daher ist Rindenmulch prädestiniert, eine höhere Menge des giftigen Schwermetalls zu enthalten als beispielsweise Holzhäcksel.

Aus diesem Grund hat die Sendung „Markt“ hat vor einiger Zeit den Rindenmulch verschiedener Hersteller im Labor auf deren Cadmiumgehalt prüfen lassen. Glücklicherweise hat keins der Produkte den Grenzwert überschritten, teilweise lagen die Werte sogar unterhalb der Messgenauigkeit von 0,2 mg/kg.

So geht man davon aus, dass die normale Verwendung von Rindenmulch den Gesamt-Cadmiumgehalt des Gartenbodens nicht negativ beeinflusst.

 

Wie wird Rindenmulch verwendet?

 

Das Mulchen ist nicht schwer. Um die Vorteile des Rindenmulchs voll auszuschöpfen und die Nachteile zu vermeiden, sollte man aber auf einige Punkte achten.

 

  • Der Rindenmulch kann vom Frühjahr bis zum Herbst aufgebracht werden

 

  • Der Boden muss entsprechend vorbereitet werden. Er sollte aufgelockert sein und das Unkraut sollte mit den Wurzeln entfernt werden. Sonst kann es sich durch den Mulch arbeiten. Bei schon vorhandenem Unkraut helfen auch die Gerbstoffe des Rindenmulchs nicht.

 

  • Um einem Stickstoffmangel vorzubeugen, sollte der Boden vor dem Auftragen des Rindenmulchs mit einem stickstoffhaltigen Dünger gedüngt werden. Hierfür eignen sich Hornspäne. Dies ist ein Langzeitdünger, was wegen dem langsamen Zersetzungsprozess des Rindenmulchs ideal ist.

 

  • Nun kann der Rindenmulch aufgetragen werden. Er wird locker auf dem Boden verteilt, nicht in diesen eingearbeitet. Um die positiven Effekte zu erzielen, sollte eine Schicht von mondestens 5-7 cm Dicke aufgetragen werden. Für Wege rechnen sollten sie eher 10 cm rechnen. Dies ist eine Menge Material, berechnen Sie am besten vor dem Kauf wieviel sie benötigen. Man vertut sich sonst schnell.

 

  • Da der Mulch einen natürlichen Zersetzungsprozess vollzieht, ist es notwendig von Zeit zu Zeit eine neue Schicht aufzutragen.

 

 

Wann sollte man keinen Rindenmulch verwenden?

 

Rindenmulch ist nicht für alle Pflanzen geeignet.

Flachwurzler und Weichholzpflanzen ( z.B. Pappel, Weide) mögen keinen Rindenmulch. Neupflanzungen und Neusaaten sollten wegen der keimhemmenden Wirkung der Gerbsäure ebenfalls nicht gemulcht werden.

Auch bei Rosen, Beetstauden, und im besonderen bei Beeren, Gemüse und Kräutern sollten sie auf das Mulchen verzichten.

Die meisten anderen Pflanzen erfreuen sich an der positiven Wirkung des Rindenmulchs, insbesondere Rhododendron und Hortensien profitieren davon.

 

Wo kann man Rindenmulch kaufen?

 

Rindenmulch kann man in Gartencentern und Baumärkten kaufen. Den Mulch online zu kaufen bietet sich ebenfalls an. So bekommt man die großen und schweren Säcke frei Haus geliefert und muss nicht um den Transport kümmern, was bei einem Bedarf von 50 – 100 Litern pro Quadratmeter ein deutlicher Vorteil ist. Handelsübliche Größen sind Säcke mit 50 oder 70 Liter Inhalt.

Wer eine sehr große Menge Rindenmulch kaufen muss, weil er zum Beispiel einen ganzen Weg mulchen möchte, der sollte sich bei Großgärtnereien erkundigen.

Diese bieten den Mulch oft lose an und berechnen den Preis dann entweder nach Kubikmeter oder Gewicht. Je nach Wohnort kann man auch über einen Kauf direkt beim Forstbetrieb nachdenken. So kann man viel Geld sparen, muss den Mulch aber selbst transportieren.

Für den normalen Gebrauch für Beete in privaten Gärten reichen jedoch in der Regel die im Gartencenter und online erhältlichen Säcke aus.

 

Worauf achten beim Kauf von Rindenmulch?

 

Qualität

Es gibt ein reichhaltiges Angebot an Rindenmulch. So unterschiedlich wie der Preis ist hier aber auch die Qualität. Sie sollten nicht am falschen Ende sparen und den billigsten Rindenmulch kaufen.

Minderwertige Produkte sind oft mit Fremdstoffen verunreinigt. Die harmloseren sind da noch Äste, Zweige und Grünschnitt, unangenehmer sind Steine oder sogar Scherben, Plastik- und Metallteile.

Wie oben bereits erwähnt gibt es leider keine gesetzliche Vorschrift zu den Inhaltsstoffen von Rindenmulch. Ein Anhaltspunkt für gute Qualität ist jedoch das RAL-Gütezeichen 250/1.

Von Vorteil ist es auch immer, wenn Sie den Mulch vor dem Kauf in Augenschein nehmen können. Prüfen Sie ihn, nehmen Sie ihn in die Hand und suchen nach Verunreinigungen. Riechen Sie auch daran, der Mulch sollte frisch und keinesfalls modrig riechen.

Leider ist diese Prüfung bei den geschlossenen Säcken im Gartenmarkt oft nicht möglich. Haben Sie ihren Mulch im Internet bestellt, können sie bei Nichtgefallen, wie bei jedem anderen Online Kauf auch, vom Kauf zurücktreten und den Mulch zurücksenden.

 

Körnung

Rindenmulch feinere Körnung

Rindenmulch in feinerer Körnung

Neben der Qualität ist auch die Schnittgröße, bzw. Körnung ein wichtiges Auswahlkriterium. Angeboten werden Körnungen von 0,7 bis 80 Millimeter. Qualitätsprodukte werden in der Produktion gesiebt und enthalten dadurch nur Stücke in der angegebenen Größe.

Grundsätzlich kann man sagen, dass man eine grobere Körnung nimmt, je größer die abzudeckende Fläche ist.

Für normale Blumenbeete ist eine Größe von etwa 10 – 40 Millimeter zu empfehlen. Kleinere Körnungen können unter Umständen negativ auf den Sauerstoffaustausch im Boden auswirken.

Für Wege und Spielplätze sollte eine grobe Körnung von 80 Millimeter gewählt werden.

 

Farbe

Neben dem natürlichen Rindenmulch gibt es auch gefärbte Varianten in rot, blau, weiß und sicher noch vielen weiteren Farben.

Hier ist nur der persönliche Geschmack gefragt. Der farbige Mulch ist sicher nicht jedermanns Sache, kann aber im bei Gefallen einen schönen Akzent im Garten setzen.

 

Und was ist mit Pinienrinde?

 

Wer sich mit Rindenmulch beschäftigt, der wird unweigerlich auch auf Pinienrinde stoßen. Diese erfreut sich immer größerer Beliebtheit und macht der heimischen Kiefernrinde Konkurrenz.

Sie hat gegenüber den klassischen nordeuropäischen Produkten einige Vorteile, aber auch Nachteile. Hier muss individuell entschieden werden, worauf der Fokus liegt.

 

Vorteile:

Hohe Qualität
Geringerer PH-Wert
Geringerer Cadmiumgehalt
Längere Haltbarkeit
Angenehmer Duft
Orangerote Farbe

 

Nachteile:

Geringer Gerbsäuregehalt
Nicht unkrauthemmend
Lange Transportwege
Höherer Preis
Orangerote Farbe

 

Alternativen zum Rindenmulch

 

Wer die Gerbstoffe und unkrauthemmende Wirkung des Rindenmulchs nicht benötigt, der kann alternativ den schon erwähnten Holzhäcksel nutzen.

Dieser eignet auch zum Schutz des Bodens und zur Dekoration, und hat zudem nicht das Problem der Stickstofffixierung.

Als Erosionsschutz für ihren Boden eignet sich auch Kies, auf bodenverbessernde Eigenschaften verzichten Sie bei Kies jedoch vollständig.

 

Fazit

 

Rindenmulch bietet eine ganze Reihe von Vorteilen. Die wenigen Nachteile kann man bei richtiger Verwendung vermeiden.

Die positiven Eigenschaften, die der Mulch auf ihren Garten hat, kann man aber auch ohne ihn erreichen. Der Verwendung von Rindenmulch erspart einem allerdings einiges an Gartenarbeit. Doch das sollte weniger relevant sein, denn letztendlich ist die Gartenarbeit ja keine richtige Arbeit, sondern Vergnügen und Entspannung.

So bleibt es am Ende Geschmackssache, ob man den Rindenmulch verwendet oder auf ihn verzichtet.

 

Teilen Sie uns gerne Ihre Meinung und Erfahrungen zu diesem Thema mit. Wir freuen uns auf Ihre Kommentare.

 

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Kommentare

Cordiilein 13. August 2017 um 13:13

Echt toll der Rindenmulch! Ich hab ihn immer schon hübsch gefunden aber wusste nicht, dass er so vielseitig ist!!

Antworten

gartenguru 14. August 2017 um 14:50

Hallo,

ja, neben der Optik hat der Rindenmulch bei richtiger Verwendung noch eine ganze Reihe weiterer Vorteile.

Viele Grüße vom Gartenguru Team

Antworten

Verena 13. August 2017 um 14:42

Ich benutze Rindenmulch unter den Hecken …sollte ihn mal wieder austauschen glaube ich. Wir holen ihn immer vom Häkselplatz, wusste nicht, dass es da so auf die Qualität ankommt.

Antworten

gartenguru 14. August 2017 um 14:48

Hallo Verena,

es kommt halt darauf an, welchen Zweck du mit dem Rindenmulch verfolgst.
Die Gerbstoffe zum Beispiel sind halt vor allem in der Rinde enthalten, nicht in normalem Holzhäcksel.

Viele Grüße vom Gartenguru Team

Antworten

Avaganza 18. August 2017 um 23:25

Hallo Marc,

danke für den Beitrag – ich verwende im Garten bei unseren Beeten auch immer öfter Mulch – eigentlich nur wegen der Unkrautthematik, weil ich keine Lust habe ständig Unkraut zu jäten … aber jetzt weiß ich dass noch so viele andere Gründe für Rindenmulch sprechen :-)!

Schönen Abend!
lg
Verena

Antworten

gartenguru 19. August 2017 um 18:08

Hallo Verena,

ja, gegen Unkraut ist der Rindenmulch absolut zu empfehlen. Und 100% natürlich!

Viele Grüße vom Gartenguru Team

Antworten

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