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Erst der Megasommer, dann das Eichhörnchensterben?

 

Es war ein grandioser Sommer. Wir haben viel empfangen. Sonnenschein und Hitze satt. Viele Bäume muteten im August schon herbstlich an, ihre Blätter erstrahlten wie das Rot des Abendlichtes. Leider ließen einige diese mitsamt ihrer Früchte viel früher fallen als das sonst üblich ist, was die Müllabfuhr aufs Tablett brachte: Die hatte einiges zu tun, die Wege von herabgefallenen Blättern und Nüssen zu reinigen. Was die Parkbesucher vielleicht freut, kann für die Eichhörnchen fatale Folgen haben. Denn wegen des langanhaltend warmen Wetters sind die putzigen Nager immer noch mit der Aufzucht ihres Nachwuchses beschäftigt. Und weil Tiere nun einmal jeden Moment nehmen wie er kommt, denken sie jetzt noch gar nicht daran, die überlebenswichtigen Nüsse zu sammeln. Zudem sind diese wenigen gesammelten Nüsse durch den heißen Sommer oft hohl, da die Bäume in diesem heißen Sommer ihren Stoffwechsel angepasst und sich „auf das Wichtigste“ konzentriert haben.

 

Eichhörnchen auf Futtersuche

Eichhörnchen auf Futtersuche

 

Wenn wir im Winter nicht auf ein Massensterben von Eichhörnchen zusteuern wollen, sind Tierliebhaber gefragt, den Hungertod der putzigen Rotschopfe zu vereiteln.

Anders als die Siebenschläfer, die den Winter verschlafen, fressen Eichhörnchen sich keinen Winterspeck an, der sie über die unwirtliche Jahreszeit bringen würde. Sie halten zwar Winterruhe und schränken ihre Aktivitäten signifikant ein, müssen jedoch bei jedem noch so kalten Wetter ca. zwei Stunden täglich ihre Nahrungsdepots nach Essen durchsuchen, um ihren Energiebedarf zu decken. Insbesondere in Städten sind die unter Artenschutz stehenden putzigen Tierchen auf unsere Hilfe angewiesen.

 

Was können wir also tun?

Tipp Nr. 1: Füttern

 

Im Winter fressen Eichhörnchen Tannen- und Kiefernzapfen sowie Bucheckern, sie lieben Haselnüsse, Walnüsse, Pekanüsse, Sonnen- und Pinienkerne. In ihrem eigentlichen Zuhause, dem Mischwald, stünden auch Pilze auf dem Speiseplan der Allesfresser.

Da das Nahrungsangebot in der Stadt ganzjährig knapp ist, stellt eine durchgängige Fütterung eine willkommene Unterstützung dar. Sie können auch Karotten und Äpfel klein schneiden und mit an die Futterstelle legen.

Suchen Sie eine ruhige Stelle im Garten aus, an der Sie auch einen Pflanzenuntersetzer mit Wasser aufstellen. Das sollten Sie dann immer frisch halten, damit die Eichhörnchen nicht Ihre Regentonnen inspizieren.

 

Tipp Nr. 2: Regentonne sichern

 

In Städten finden Eichhörnchen weniger Pfützen, aus denen sie trinken können. Darum kann es passieren, dass sie sich durstig in Ihre Regentonne stürzen.

Diese wird zur sicheren Todesfalle, falls sie nicht bis zum Rand gefüllt ist, so dass die Nager herausschwimmen können. Stecken Sie also einen Ast hinein, über den die Nager wieder herausklettern können oder verschließen Sie die Regentonne, z. B. mit einem Grillrost, auf den Sie einen schweren Stein legen, oder mit einer Drahtabdeckung.

 

Tipp Nr. 3: Gestalten Sie Ihren Garten eichhörnchenfreundlich

 

Eichhörnchen brauchen Moos und Blätter zur Auspolsterung ihres Unterschlupfes. Dem Garten ein bisschen Wildheit zu lassen ist „chic“. Achten Sie beim Baumschnitt darauf Nester nicht zu beseitigen. Vielleicht wohnt ein Eichhörnchen oder ein Vogel darin.

Wenn Sie einen Teich anlegen, denken Sie daran, den Rand zu bepflanzen.

Verzichten Sie auf Gift in Ihrem Garten. Auch wenn gefräßige Schnecken Sie zur Weißglut bringen, verwenden Sie bitte kein Schneckenkorn. Denn auch Igel, Vögel und Eichhörnchen sterben nach Aufnahme einen qualvollen Tod.

 

 Tipp 4: Stellen Sie ein Futterhaus auf

 

Ein gutes  Futterhaus sollte folgende Kriterien aufweisen:

  1. Überdacht sollte es sein
  2. Gut zugänglich für Mensch und Tier
  3. Mit einem Steg versehen

Futterhäuser können Sie mit handwerklichem Geschick auch selbst bauen oder als fertigen Bausatz kaufen. Bohren Sie die Bretter, die aneinandergefügt werden sollen, mit einem dünnen Holzbohrer vor, falls keine Löcher vorhanden sind. Dann splittert das Holz beim Verschrauben nicht. Nach dem Zusammenbau pinseln Sie das Futterhaus mit Leinöl ein. Dann werden Sie lange Freude an ihrer Wildtierbeobachtungsstation haben.

 

Tipp 5: Bauen oder kaufen Sie einen Kobel

 

Als Kobel wird das Nest des Eichhörnchens bezeichnet. Es sollte in sicherer Höhe an den Baumstämmen alter Bäume angebracht werden.

Gute Maße für einen Kobel sind 25×30 cm oder 30×45 cm.

Bitte verwenden Sie kein lackiertes Holz, da es leicht zu Schimmelbildung neigt. Stattdessen nehmen Sie „sägerauhes“ Holz. Damit die Eichhörnchen den Kobel annehmen, braucht ein Kobel zwei Ausgänge. Die Löcher sollten ca. 6 cm Durchmesser haben. Damit es nicht ins Nistzimmer hineinregnet, sollte das Dach zu allen Seiten einige Zentimeter überstehen und mit einer Dachpappe versehen werden.

 

Eichhörnchen Nahaufnahme

Eichhörnchen benötigen in diesem Jahr besondere Hilfe

Ein Eichhörnchen retten

 

Verwaiste Eichhörnchen rennen manchmal Menschen hinterher. Es kommt vor, dass schwächere Kinder von der Mutter aus dem Kobel geworfen werden oder dass sie schlicht herausfallen. Bevor Sie ein Eichhörnchenbaby mitnehmen, warten Sie ab, ob die Mutter ihr Kind nicht doch noch holt oder ob sich noch mehr Babys in der Nähe aufhalten. Das könnte ein Indiz dafür sein, dass die Mutter nicht mehr lebt.

Sind Sie sich sicher, dass das Eichhörnchenbaby Rettung braucht, wärmen Sie es unter Ihrer Jacke. Dabei brauchen Sie vor Tollwut übrigens keine Angst zu haben, denn Eichhörnchen infizieren sich und demzufolge Sie auch nicht.

Bringen Sie das Eichhörnchen am besten zu einer Auffangstation, wo man sich mit Pflege und Aufzucht von Wildtieren gut auskennt. Der NABU ist deutschlandweit eine gute Adresse.

 

Wichtiger Hinweis:

Finden Sie ein erwachsenes Eichhörnchen, das sich bei einem Sturz vielleicht ein Bein oder den Kiefer gebrochen hat, sollten Sie ein wenig mehr Vorsicht walten lassen, um sich nicht möglicherweise einen schmerzhaften Biss zuzuziehen.

 

Eichhörnchen sind keine Haustiere

Wir verzichten an dieser Stelle bewusst auf Hinweise zur privaten Rettung und Haltung von Eichhörnchen. Selbst wenn Sie ein Eichhorn-Baby aufgepäppelt haben sollten, gehört es doch in die Natur und nicht in eine Voliere, egal wie groß sie auch sein mag. Selbst nach mehreren Generationen in Gefangenschaft sind die Nager instinktgesteuert und entwickeln teils massive Störungen wie Hospitalismus. Es ist auch schon beobachtet worden, dass sie sich den Puschelschwanz abbeißen. Das kann kein Tierliebhaber wollen. Bringen Sie die Tiere lieber zu einer Auffangstation, die auf die Rettung und anschließende Auswilderung spezialisiert sind.

 

 

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Kommentare

Alex 16. Dezember 2018 um 15:03

Vielen Dank für diesen sehr informativen Artikel. Wir leben in einer Gegend mit viel Wald um uns herum, oft sehen wir Eichhörnchen die Bäume hoch und runter klettern. Auch bei uns im Garten haben wir bereits eines beobachten können. So selbstverständlich man Vögel im Winter füttert, so wenig haben wir uns Gedanken gemacht, ob nicht die Eichhörnchen auch gefüttert werden sollten.
Ich für meinen Teil werde zumindest diesen Winter einen Kobel bauen, und ihn im Frühjahr montieren. Wir haben einen Baum im Garten, der sich hervorragend eignen würde.
Vielen Dank, dass Sie uns dieses Thema näher gebracht haben.

Antworten

gartenguru 16. Dezember 2018 um 16:29

Hallo,

vielen Dank für das Feedback und viel Spaß mit „Ihrem“ Eichhörnchen 🙂

Viele Grüße vom
Gartenguru Team

Antworten

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